Sonntag, 30. April

Heute solls regnen, sagen alle konsultierten Wetterpropheten. Und wir sind etwas erschlagen von den Anstrengungen des gestrigen Tages. Deshalb gönnen wir uns einen Ruhetag in Tepelenë und buchen eine weitere Nacht im BluePoint Hotel.

Unser Vormittagspaziergang führt uns zu einem Platz oberhalb des Dorfes, der von Weitem auffällt. Dort angekommen, stellen wir fest, dass es sich offensichtlich um einen Friedhof handelt.

ein Partisanenfriedhof, wie wir später erfahren werdem. Der grösste Teil der Grabplatten gibt als Todesjahr 1943 oder 1944 an.

Und, wie wir dank Google erfahren, heisst der Schriftzug in der Mitte, „LAVDI DESHMOREVE“, aud deutsch „Ruhm den Märtyrern“.

allerdings gibts auch einzelne Gräber mit früheren oder späteren Todesdaten. Auch ein 10-jähriger Bub, der 1988 gestorben ist, ist dabei.

Aber der neue Friedhof ist unten im Dorf, gleich bei unserem Hotel. Und da finden wir von der einfachen, unbeschrifteten Steinplatte, die in die Erde gesteckt wurde, bis zum Grabmal alles.

wie auch immer, natürlich besichtigen wir auch die Stadt. Das ist allerdings „e churze Chutt“, die Stadt ist klein.

Auch hier sind, wie in Memaliaj, die Häuser in unterschiedlichem Zustand – bei einigen hätte ich Bedenken, sie zu betreten, aber da wohnen Leute darin!

Ich habe ja im Vorfeld gelesen, Albanien sei eines der ärmsten Länder Europas. Aber eine Vorstellung davon, was das bedeutet, hatte ich nicht wirklich. Eben, zum Beispiel, dass viele Menschen in erbärmlichen Verhältnissen leben – zumindest in unseren Augen.

Wie schlimm das für die Leute selber ist, können wir nicht beurteilen. Und wie es im Innern der Häuser aussieht, wissen wir auch nicht.

Was uns auffällt, ist, dass die meisten Menschen – vor allem die älteren – einen zufriedenen Eindruck machen. Sie freuen sich über ein freundliches „Pershendetje“ (hallo) und ein „Falleminderit“ (danke) und plaudern gern mit uns, selbst, wenn wir einander kaum verstehen.

Jüngere Leute sprechen uns zwar auch oft an, aber sie wirken distanzierter, weniger herzlich irgendwie routiniert. „How are you? Where you come from? Do you like Albania? Have a nice day.“ Die Antwort wird kaum abgewartet.

An (oder in) der Vjosa spazieren wir natürlich auch, das Flussbett ist auf der Höhe von Tepelenë wohl um die 200 Meter breit. Im Moment viele Kiesbänke, das Wasser sucht sich seinen Weg hindurch. Ob es hier auch Hochwasser gibt?

Von admin

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