Mittwoch, 3. Mai
Die ganze Nacht hats geregnet, nun tropft es nur noch. Und es ist richtig kühl. Das Restaurant unseres Guesthouses hat keinen Innenbereich, so sitzen wir halt dick eongepackt draussen (immerhin am Schärme) beim Zmorge und beeilen uns, den Tee zu trinken, bevor er kalt ist
Heute wollen wir die andere Talseite erkunden. Das heisst, erst mal bergab durch die Stadt und unten die Talsohle durchqueren. Unser Zwischenziel ist ein Dorf mit dem für unsere Ohren wenig schmeichelhaften Namen Arshi Lengo.
Es tut gut, aus der Stadt raus zu sein. Arshi Lengo besteht nur aus ein paar Häusern, und ausser den Ziegen- und Schafhirten, die mit ihren Tieren den Hang entlang ziehen, begegnen wir keiner Menschenseele.
Die Hirten winken alle freundlich, und auch ihre Hunde sind uns wohlgesinnt. Ein alter Mann mit einer Kuh hat zwei junge Hunde bei sich – der eine begrüsst mich, als wäre ich sein lang vermisstes Frauchen.
Wir finden einen Weg hoch in die Hügel und stürzen uns dort in die Wildnis, um die Pflanzenwelt zu erkunden.
Wir werden nicht enttäuscht. Unser heutiges Highlight ist eine neue Ragwurzart mit für Ragwurzverhältnisse riesigen Blüten

unsere Bestimmungsapps (Flora incognita und Plantnet) sind sich nicht einig, ob es sich um die Oster- oder die Spinnen-Ragwurz handelt. Wunderschön sind sie auf jeden Fall!

wir finden noch weitere Orchideen, wie den Pflugschar-Zungenstendel, ein ganz spezielles Blüemli

aber auch abgesehen von diesen Besonderheiten ist die Vielfalt der Blumen absolut eindrücklich, wir können uns fast nicht sattsehen. Hier ist der Frühling voll ausgebrochen, es ist eine Pracht!

Auch meiner momentanen Lieblingsblume, der Cistrose, sind wir heute zum ersten Mal begegnet. Ich hoffe, wir finden auf der Weiterreise noch mehr, damit wir ab und zu einen Cistrosentee geniessen können.

Die Cistrose ist scheints eine ganz tolle Heilpflanze, sie wirkt antiviral, antibakteriell, entzündungshemmend… besser als jedes Antibiotikum!